Gemeinsam aktiv gegen Plastikmüll!

Nächster Probenahmezeitraum: 15. September - 15. November 2022

Die Faszination für Ozean und Flüsse und deren Bedeutung als Garanten der Artenvielfalt ist grenzenlos. Doch auch die Belastung von Stränden und Flussufern in Europa mit Plastikmüll macht vor Grenzen nicht halt. Vermeidung von Mikro- und Makroplastik in der Umwelt, die wissenschaftliche Einordnung dieser Herausforderung und die Forschung an nachhaltigen Materialien sind deswegen Aufgaben, an denen wir Europäerinnen und Europäer zusammenarbeiten müssen.

Plastic Pirates - Go Europe! ist eine europäische bürgerwissenschaftliche Aktion, bei der Schulklassen und Jugendgruppen Plastikproben an Bächen und Flüssen sammeln und ihre Ergebnisse dokumentieren. Die gesammelten Daten werden dann von Wissenschaftlern ausgewertet. Auf diese Weise leisten junge europäische Bürgerinnen und Bürger einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Zustands der europäischen Flüsse und des Ausmaßes und der Verschmutzung durch Plastikmüll.

Die Aktion wurde als Plastikpiraten erstmals im Jahr 2016 in Deutschland von der Kieler Forschungswerkstatt und Partnern mit Förderung des BMBF für das Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane entwickelt. 2018 und 2019 wurde die Aktion im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Plastik in der Umwelt“ fortgeführt; in Zusammenarbeit mit dem Ecologic Institut.  Während der deutschen EU-Präsidentschaft im Jahr 2020 wurde die Kampagne auf die Länder der Triopräsidentschaft ausgeweitet und als gemeinsame Aktion der Ministerien für Bildung, Wissenschaft und Ministerien für Bildung, Wissenschaft und Forschung Deutschlands, Portugals und Sloweniens im Zeitraum von 2020 bis 2021 umgesetzt.

Seit Januar 2022 wird die Aktion mit Unterstützung der EU-Kommission auf ganz Europa ausgeweitet. Die Europäisierung der bürgerwissenschaftlichen Initiative Plastic Pirates wird aus dem Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission – Horizont Europa – im Bereich der „Mission Restore our Ocean and Waters by 2030“ finanziert. Von 2022 bis 2024 finden koordinierte und synchronisierte "Plastic Pirates"-Sammelaktionen in ganz Europa statt.

Ein geeignetes Ufer an einem Fluss oder Bach ist gefunden? Dann kanns eigentlich schon losgehen! Die von den einzelnen Gruppen identifizierten Abfallarten (z. B. Zigarettenreste, Folien- oder Verpackungsteile) werden mithilfe detaillierter Aktionsmaterialien auf einer digitalen Landkarte veröffentlicht und helfen der Wissenschaft im Anschluss, bestehende Forschungslücken zum Vorkommen von Plastikmüllarten nach und nach zu schließen. Der Kampf gegen Plastikmüllverschmutzung, für saubere Gewässer und der Schutz natürlicher Ressourcen für zukünftige Generationen in einem vereinten Europa können nur dann gelingen, wenn gemeinsame politische Initiativen vor Ort durch uns – die Bürgerinnen und Bürger – aktiv unterstützt werden.

Plastic Pirates – Go Europe! Seid Ihr dabei?

Spannende Einblicke und wissenswerte Informationen könnt ihr bereits jetzt auf unserer Social Wall entdecken.

Hört jetzt auch in die informativen Podcast-Folgen auf unserer Newspage rein!

 

Ziel der Aktion

Das Projekt

Diese Aufgabe geht Europa zusammen an – eine Aufgabe mit weltweiter Bedeutung. Fast zwei Drittel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Meere und Ozean haben einen enormen Einfluss auf die Stabilität unseres Klimas. Gewässer rund um den Globus sind wegen ihrer Vielfalt ein einmaliger Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Ihr lebt im Landesinneren, weit weg vom nächsten Meer, und fragt euch, was ihr damit zu tun habt? Eine ganze Menge! 

   

Europas Flüsse: Lebensadern für einen ganzen Kontinent

Durch zunächst vielleicht kleine Flüsse im Binnenland, die sich mit anderen Flüssen verbinden, wird irgendwann das Meer erreicht. Ein Beispiel gefällig? Die Donau, Europas längster Fluss, durchfließt insgesamt zehn verschiedene Länder, bevor sie nach etwa 2.850 Kilometern ins Schwarze Meer mündet. Leider werden durch Flüsse wie die Donau nicht nur Schiffe, Fische und Pflanzenreste Richtung Meer bewegt. Auch unterschiedlichste Arten von Plastikmüll – für das menschliche Auge kaum sichtbare Partikel genauso wie Joghurtbecher oder ganze Plastiktüten – suchen sich mit der Zeit ihren Weg in Richtung Meer.

 

   

Die Aufgabe

Diesen Müll schon an den Ufern von Flüssen und in Gewässernähe zu „kapern“ ist seit dem Jahr 2020 die europaweite Aufgabe der Plastic Pirates. Durch die Erfassung von Plastikmüll und den Upload von Daten zum untersuchten Müllvorkommen helft ihr mit eurer Schulklasse oder außerschulischen Jugendgruppe, die gewässernahe Umweltverschmutzung zu erforschen. Die gleichen Versuchsanordnungen und Arbeitsschritte für alle teilnehmenden Teams sorgen für eine europaweite Vergleichbarkeit der erhobenen Daten, die nach und nach online auf einer Karte sichtbar werden.

Die gemeinsame Aktion soll einerseits das europaweite Bewusstsein für die Bedeutung von Flüssen als gemeinsame Lebensadern und für den Schutz natürlicher Ressourcen stärken. Andererseits soll die Bedeutung internationaler Forschungszusammenarbeit gemeinsam erlebbar werden.