Der Schutz der Meere und Gewässer ist eine Aufgabe, die uns alle angeht, egal ob wir direkt an der Küste, auf einer Insel oder im Landesinneren leben. Denn auch Plastik, das an Flussufern im Landesinneren weggeworfen wird, kann mit der Zeit ins Meer gelangen. Darüber hinaus ist die Belastung für Tiere und ihre Nahrungsquellen ein grenzüberschreitendes Problem. Unter dem Namen „Plastikpiraten. Das Meer beginnt hier!“ fanden erstmalig im Jahr 2016 im Rahmen des „Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane" in Deutschland Sammelaktionen statt. Jetzt nehmen Jugendliche in vielen Ländern Europas teil und bilden gemeinsam die Plastic Pirates. Denn auch Plastikmüllvermeidung und die Erforschung von Ursachen und Zusammenhängen sind Aufgaben, die wir in Europa am besten gemeinsam anpacken. Wir alle – die Bürgerinnen und Bürger Europas – sind dazu aufgerufen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch unsere Neugier und unser Engagement zu unterstützen.

Teilnahme im Jahr 2026/27

Die „Plastic Pirates“ sind 2026 und 2027 wieder mit zwei Aktionszeiträumen in Deutschland aktiv. Im Herbst 2026 findet ein bundesweiter Aktionszeitraum statt, im Frühjahr 2027 liegt der Fokus auf Küstenregionen und Inseln sowie dem Elbe-Flusssystem. 

Die Bürgerwissenschaftsprojekt richtet sich an Schulklassen, Schul-AGs und außerschulische Jugendgruppen. Entwickelt wurde es insbesondere für Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren, doch auch Jüngere und Ältere sind herzlich dazu eingeladen, bei den Plastic Pirates mitzumachen. Bei der Beprobung sammeln die Teilnehmenden Daten zur Plastikverschmutzung in deutschen Gewässern und dokumentieren ihre Ergebnisse. Ob vor Ort oder auf Klassenfahrt: Die Jugendlichen können selbst in die Rolle von Forschenden schlüpfen, um zu untersuchen, wie stark die Belastung von Gewässern ist und welche Auswirkungen dies auf unsere Flüsse und Ozeane hat. Da alle teilnehmenden Gruppen die gleichen Versuchsanordnungen und Arbeitsschritte durchführen, sind die erhobenen Daten europaweit vergleichbar. Gleichzeitig wird auch der aktuelle Bezug zur Nutzung von Einwegplastik hergestellt. Die erhobenen Daten werden in eine Datenbank eingetragen und anschließend von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgewertet.

1. Erforscht im Herbst 2026 mit uns die Plastikmüllbelastung bundesweit an allen Gewässern! 

Vom 1. September bis zum 30. November 2026 können Schulklassen, Schul-AGs und Jugendgruppen in ganz Deutschland jegliche Gewässer beproben - von Flüssen und Bächen bis hin zu Küstenabschnitten und Inseln. Damit bietet sich die Chance, die Belastung an ganz verschiedenen Orten zu erforschen. Zugleich wird euch die Teilnahme am Projekt erleichtert, da ihr ein Gewässer in eurer Nähe untersuchen könnt.

2. Erforscht im Frühjahr 2027 mit uns die Plastikmüllbelastung an den Küsten und der Elbe!

Wie stark sind Küsten und Strände sowie einzelne Flüsse belastet? Wie gelangt der Müll eigentlich vom Fluss ins Meer und was bedeutet das für die Meere und Ozeane? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Wissenschaft weltweit. Um die Wege des Mülls vom Fluss Richtung Meer und die Auswirkungen auf marine Ökosysteme gezielter unter die Lupe nehmen zu können, finden Probennahmen vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2027 speziell an deutschen Küsten- und Inselregionen sowie entlang des Flusssystems der Elbe – einschließlich ihrer Zuflüsse wie Havel, Mulde oder Saale - statt. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob euer Flussabschnitt zum System der Elbe zählt, dann fragt gerne bei uns nach!

3. Reflektiert und diskutiert im Rahmen von Fokusgruppen insbesondere zu Mikroplastik

Wie bereits im Sommer 2025 finden auch im Herbst 2026 und im Frühjahr 2027 wieder moderierte Diskussionsrunden (Fokusgruppen) mit interessierten Schulklassen statt, die im Rahmen der Plastic Pirates die Plastikmüllverschmutzung an Stränden der Ost- oder Nordsee untersuchen. Gemeinsam mit den Schüler*innen sprechen wir über die Erkenntnisse aus ihren Probennahmen, ihre Wahrnehmung des Plastikmüllproblems und darüber, wie sich dieses in größere gesellschaftliche Zusammenhänge einordnen lässt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema Mikroplastik. Als weitgehend „unsichtbares“ Umweltproblem wirft es spannende Fragen dazu auf, wie junge Menschen das Problem wahrnehmen, seine Dringlichkeit einschätzen und welche Wissensquellen sie nutzen. 

4. Testphase für Zusatzgruppe zu Epibionten an der Nordseeküste

Ihr beprobt die Nordseeküste? Dann habt ihr vielleicht Lust, an der Testphase für unsere neue Zusatzgruppe mitzumachen, welche wir derzeit ergänzend zur klassischen Mülluntersuchung entwickeln. Im Fokus stehen sogenannte Epibionten - kleine Lebewesen, die sich auf anderen Lebewesen bzw. Organismen ansiedeln. Diese kleinen maritimen Aufsitzer sind ein wichtiger Bestandteil des Lebensraums im Wattenmeer. Wer Interesse hat, die Methode gemeinsam zu testen, kann sich gerne bei der Kieler Forschungswerkstatt melden.

Fokus auf Plastikfunde an den Küsten- und Flussufern  / keine Gruppe C

Zuvor hatten die Plastic Pirates auch untersucht, ob Mikroplastik in Flüssen nachgewiesen werden kann. In einer Studie konnten wir aufgrund der Daten der Schülerinnen und Schüler bereits zeigen, dass über die Hälfte der untersuchten Probennahme-Standorte mit kleinen Plastikpartikeln belastet sind (siehe Studie hier). Um Mikroplastik zweifelsfrei zu identifizieren, sind sehr zeitaufwändige und arbeitsintensive Analysen im Labor notwendig. Daher haben wir entschieden, die Untersuchung von Plastik im Fluss (Gruppe C) auszuschließen und Netze nur noch in Einzelfällen zu versenden. Stattdessen konzentriert sich die Untersuchung auf größere Müllfunde entlang der Flusssysteme und Küsten.

Neugierig geworden?

Wenn du mit deiner Klasse oder Jugendgruppe Interesse an der Durchführung einer Probenahme hast, versorgen wir dich gern mit dem notwendigen Wissen und Materialien. Kontaktiere uns gern unter info@plastic-pirates.eu.

Für eine flächendeckende Beteiligung weiterer Länder an der Initiative tritt die EU-Koordination des Projekts gern in Austausch mit dem zuständigen Ministerium (plastic-pirates@dlr.de). Wir informieren dich gerne über die weiteren Schritte und die zentralen Bedingungen für eine Teilnahme.