Jede Piraten-Mission will gründlich geplant sein und manchmal gibt es vor dem Start noch Unklarheiten. Warum dürfen nur Gruppen teilnehmen und an wen kann ich mich bei Fragen wenden? Auf dieser Seite finden sich Antworten zu den Zielen und zum Ablauf der Aktion Plastic Pirates – Go Europe!, die für Teilnehmende, Lehrkräfte und Gruppenleitungen wichtig sind.

Worum geht es bei der Aktion Plastic Pirates – Go Europe!?

Die Verschmutzung von Meeren, Seen und Flüssen mit Makro- und Mikroplastik ist eine große Belastung für die Stabilität der marinen Ökosysteme und eine Gefahr für Tiergesundheit und Pflanzenvielfalt. Zum Ausmaß der genauen Belastung liegen der Wissenschaft – weltweit und hier bei uns in Europa – jedoch noch immer viel zu wenige Daten vor. Im Zeitraum ihrer gemeinsamen EU-Ratspräsidentschaft möchten die Regierungen von Deutschland, Portugal und Slowenien die wissenschaftliche Arbeit zur Erforschung des Plastikmüll-Problems sowie das Bewusstsein zur Vermeidung von Plastikmüll noch stärker als bisher ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen. Für Schulklassen und außerschulische Jugendgruppen aus den Mitgliedsstaaten findet daher die Aktion Plastic Pirates – Go Europe! statt. Die Teilnehmenden sind aufgerufen, an Ufern von Fließgewässern Plastikmüllarten zu identifizieren und durch das Einsenden ihrer Ergebnisse die Wissenschaft zu unterstützen.

In welchem Zeitraum findet die Aktion statt?

Derzeit geplant ist ein Aktionszeitraum vom 15. September bis zum 30. November 2020. Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie haben in den vergangenen Monaten weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens überall auf der Welt zur Folge gehabt. Abhängig vom weiteren Pandemieverlauf kann auch der tatsächliche Aktionszeitraum von Plastic Pirates – Go Europe! von individuellen Maßnahmen in den EU-Mitgliedstaaten und/oder einzelnen Landesteilen bzw. Regionen in den EU-Mitgliedstaaten abhängig sein.

Was ist überhaupt Citizen Science?

Citizen Science („Bürgerwissenschaften“) bedeutet, dass interessierte Bürgerinnen und Bürger, z. B. durch eigene Dokumentation und Messergebnisse, Wissenschaftlerinnen und Forscher unterstützen. Forscherinnen und Forscher arbeiten bereits auf vielfältige Art und Weise sowohl auf nationaler Ebene, als auch europa- und weltweit daran, gemeinsam Forschungslücken zu schließen. Plastic Pirates – Go Europe! ist eine solche Citizen-Science-Aktion und trägt zur Forschung über die Verbreitung von Makro- und Mikroplastik in und an europäischen Fließgewässern bei.

Welche Aufgaben sind zu erfüllen?

An Uferabschnitten von Fließgewässern oder in gewässernaher Natur müssen von den teilnehmenden Teams (Schulklassen und außerschulische Jugendgruppen) Plastikmüllvorkommen erfasst und mit Verweis auf den Fundort unterschiedlichen Kategorien von Mikro- und Makroplastik zugeordnet werden.

Wie werden die Daten erhoben?

Die Datenerhebung findet am Ufer eines Flusses, Baches oder Fließgewässers in Deutschland, Portugal oder Slowenien durch das Einsammeln der unterschiedlichen Arten von dort gefundenem Plastikmüll statt. Es werden in unterschiedlichen Abschnitten des Fluss- oder Gewässerufers zunächst Zonen markiert. Innerhalb dieser festgelegten Zonen werden dann alle nicht natürlichen Abfallvorkommen gesammelt und dokumentiert. Der genaue Ablauf und die Durchführung der Aufgabe samt Kategorisierung der gesammelten Müllvorkommen werden im Aktionsheft erklärt. Beides kann hier auf der Website bestellt werden.

Was passiert mit den gesammelten Daten?

Die gesammelten Probenergebnisse werden, nach Kategorien von Abfallvorkommen sortiert, online eingereicht und durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgewertet. Auf diese Weise erhält die Forschung mit Unterstützung von Schulklassen und außerschulischen Jugendgruppen Einblicke in die Plastikmüllverschmutzung in unterschiedlichen Regionen Europas – ein Forschungsfeld, für das eine verlässliche Datenbasis bisher noch weitestgehend fehlt.

Warum wird die Aktion dieses Mal europaweit durchgeführt?

Ab dem zweiten Halbjahr 2020 haben die Regierungen der drei EU-Mitgliedstaaten Deutschland, Portugal und Slowenien in der Europäischen Union die Ratspräsidentschaft inne. Die Stärkung wissenschaftlicher Expertise und die Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Plastikmüllvorkommen in Meeren und Fließgewässern ist eines der gemeinsam vereinbarten Ziele der drei Staaten. Damit der vereinte Kampf gegen Plastikmüllvorkommen in der Natur von einem Projekt der Regierungen zu einer Aufgabe der Bürgerinnen und Bürger Europas wird – und um insbesondere junge Menschen überall in Europa für die Belastung der Natur mit Mikro- und Makroplastikvorkommen zu sensibilisieren – sind ab dem zweiten Halbjahr 2020 Schulklassen und außerschulische Jugendgruppen in Deutschland, Portugal und Slowenien unter dem Motto Plastic Pirates – Go Europe! zur aktiven Unterstützung von Wissenschaftlerinnen und Forschern aufgerufen.

Wer darf teilnehmen?

Aufgerufen zur Teilnahme an der europaweiten Citizen-Science-Aktion Plastic Pirates – Go Europe! sind Schulklassen und außerschulische Jugendgruppen in den drei EU-Mitgliedstaaten Deutschland, Portugal und Slowenien im Alter von 10 bis 16 Jahren. Eine Teilnahme als Gruppe (Schulklasse oder außerschulische Jugendgruppe) ist deshalb Bedingung, weil während der Aktionsdurchführung unterschiedliche Teilgruppen gebildet werden müssen. Nur so kann die Aktionsdurchführung EU-weit vergleichbar gehalten werden, und die Daten können Eingang in die wissenschaftliche Auswertung finden. Einzelpersonen können sich daher leider nicht an Plastic Pirates – Go Europe! beteiligen.

Wo findet die Aktion statt?

Plastikmüllproben können durch die teilnehmenden Teams an den Ufern von Flüssen, Bächen und Fließgewässern in Deutschland, Portugal und Slowenien entnommen werden. Selbstverständlich können auch Proben an Stränden und Küstenabschnitten von Meeren in den drei Staaten gesammelt werden – diese fließen dann allerdings nicht in die wissenschaftliche Auswertung ein.

Was wird zur Teilnahme an der Aktion benötigt?

Je nach Witterungsverhältnissen und abhängig von dem Gelände, in dem Plastikmüllvorkommen erhoben werden, wird zunächst geeignete Kleidung und vor allem festes Schuhwerk benötigt. Alle weiteren Informationen zu der Frage, wie mit dem gesammelten Plastikmüll weiter umgegangen wird, können dem Lehr- und Arbeitsmaterial und dem Aktionsheft entnommen werden. Beides kann hier auf der Website kostenlos bestellt werden.

An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden?

Verantwortlich für die Organisation und für die Koordination der wissenschaftlichen Begleitung der europaweiten Citizen-Science-Aktion Plastic Pirates – Go Europe! ist das Organisationsbüro, das unter folgenden Kontaktdaten erreicht werden kann.

Wie werden die Daten erhoben?

Die Datenerhebung findet auf einer Exkursion zum Uferbereich eines Fließgewässers in Deutschland, Portugal oder Slowenien statt. Bis zu fünf Kleingruppen beschäftigen sich dort mit der Jagd auf Plastikmüllvorkommen. Der genaue Ablauf wird im Aktionsheft erklärt.

Wie werden die Daten übermittelt?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tragen die Messergebnisse auf dieser Webseite ein. Eine genauere Anleitung dazu gibt es im Aktionsheft.

Wo sind die Ergebnisse der Datenerhebung sichtbar?

Die Ergebnisse der Datenerhebung werden mithilfe einer digitalen Europakarte auf Basis von Open Street Mappräsentiert. Diese Karte ist hier zu finden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus Deutschland aus den Vorjahren ist dort ebenfalls zu finden.

 

Gibt es wichtige Termine, die ich einhalten muss?

Die Aktion findet vom 15. September bis zum 30. November 2020 statt. Die Daten müssen bis zum 15. Dezember 2020 hochgeladen werden.

Wie alt muss man sein, um „Plastic Pirate“ werden zu dürfen?

Alle Jugendlichen zwischen 10 und 16 Jahren in den teilnehmenden europäischen Staaten können mitmachen, sofern sie Teil einer Schulklasse oder Jugendgruppe sind.

Was machen wir mit dem gefundenen Müll?

Nach der Erhebung der Daten und den Fotoaufnahmen kann der gefundene Müll aufgesammelt und entsorgt werden. Achtung! Die Mikroplastikproben (betrifft Gruppe C und Zusatzgruppe) werden nicht entsorgt, sondern zusammen mit dem Mikroplastiknetz gut verschlossen an die jeweiligen wissenschaftlichen Forschungspartner in den drei EU-Mitgliedstaaten geschickt.

Für welche Schulfächer bietet sich die Beschäftigung mit dem Thema an?

Primäre Anknüpfungspunkte an Plastic Pirates – Go Europe! liegen in MINT-Fächern wie Biologie, Geographie, Physik oder Chemie. Relevante Fragestellungen können aber selbstverständlich auch in geisteswissenschaftlichen Unterrichtsfächern behandelt werden. Die Aktion ist so gestaltet, dass sich eine transdisziplinäre Bearbeitung (zum Beispiel im Rahmen einer Projekt- oder Themenwoche) anbietet.

Muss die Teilnahme an der Aktion angemeldet werden?

Eine offizielle Anmeldung ist nicht notwendig. Schulklassen oder außerschulische Jugendgruppen nehmen automatisch teil, wenn sie nach der Exkursion an das Ufer eines Fließgewässers die Ausbeute ihrer Plastic Pirates unter folgendem Link veröffentlichen.

Bis zu welcher Gruppengröße kann man an der Aktion teilnehmen?

Jede Projektgruppe benötigt mindestens sechs Teilnehmende und sollte aus höchstens 30 Jugendlichen bestehen. Eine durch vier oder fünf teilbare Zahl bietet sich an, da während der Durchführung von Plastic Pirates – Go Europe! bei den Exkursionen zur Probennahme mehrere Untergruppen gebildet werden sollen.

Gibt es für die Exkursion besondere Aufsichtspflichten?

Für die Gemeinschaftsarbeit im gewässernahen Forschungsfeld gelten die identischen Regelungen und Aufsichtspflichten wie für sonstige reguläre Schulausflüge. Mit der Anerkennung der Teilnahmebedingungen übernehmen die Schulen, Vereine, Verbände und außerschulischen Jugendgruppen die Verantwortung für die teilnehmenden Jugendlichen in dem jeweiligen Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Besondere Vorkehrungen, die durch Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Zuge der Eindämmung der COVID-19-Pandemie gegebenenfalls durch die örtlich zuständigen Behörden erlassen werden, sind in jedem Fall zu beachten!

Kann in verschiedenen Aktionszeiträumen die gleiche Stelle an einem Fluss untersucht werden?

Ja, dies ist möglich und erlaubt den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sogar einen Vergleich über die Zeit bzw. zwischen verschiedenen Jahreszeiten.